FRÜHLINGSRITUALE

Inspirationen für die Zeit des Aufblühens

Nach dem langen Winter kommt es häufig vor, dass wir uns erschöpft und kraftlos fühlen – als hätten wir alle unserer Reserven in der dunklen und kalten Jahreszeit verbraucht. Sobald die Temperaturen nach oben gehen und die Tage länger werden, erwacht die Natur wieder zum Leben – Bäume und Sträucher öffnen ihre Knospen, was im Inneren steckt wird plötzlich im Außen sichtbar. Die Natur findet wieder zu ihrer Sinnlichkeit zurück. Auch für uns Menschen ist es eine gute Zeit, um unsere Kraft von innen nach außen zu orientieren und unsere Lebensfreude zum Schwingen zu bringen.  

 

Seit eh und je würdigen die Menschen mit verschiedenen Bräuchen und Ritualen diese besondere Jahreszeit. In Bulgarien zum Beispiel tragen die Menschen im März ein rot-weißes Band – Martenitsa genannt. Dieser Brauch ist noch vor dem Christentum entstanden und hat sich bis zum heutigen Tag erhalten. Man bindet die Martenitsa an das eigene Handgelenk, beschenkt anderen damit oder bindet die Fäden an Obstbäume und Tiere – das soll Gesundheit und Fruchtbarkeit bringen. Diese Tradition ist unter den Bulgaren sehr beliebt und wird gebürtig gefeiert. 

 

Auch die Fastenzeit in der christlichen Tradition fällt mit dem Beginn des Frühlings zusammen – dieses Jahr geht diese vom 17. Februar bis 3. April. Die Fastenzeit ist keinesfalls nur für strenggläubige Christen oder andere religiöse Richtungen sinnvoll – sie dient der Reinigung von Körper und Seele und kann in unser modernes Leben wunderbar integriert werden. 

 

Wir haben einige Rituale für dich – für deinen Körper, Geist und Space gesammelt – um den Beginn des Frühlings achtsam und verbunden zu begrüßen und sich auf das neue aufblühende Leben vorzubereiten:

 

Nimm dir bewusst vor, deinem Körper zu Beginn des Frühlings etwas Gutes zu tun und ihm zu helfen, sich von Innen heraus zu reinigen. 

Eine relativ einfache Möglichkeit des Fastens, welche in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat, ist das Intervallfasten. Dabei gibt es unterschiedliche Methoden. Bei der 5:2 Methode darf man an 5 Tagen die Woche wie gewohnt essen und an 2 Tagen die Wochen fast nichts (natürlich soll man viele kalorienfreie Flüssigkeiten zu sich nehmen). Bei der 16:8 Methode lässt man entweder die Früh- oder Spätmahlzeit ausfallen, so dass man 16 Stunden am Stück auf Nahrung verzichtet. Wissenschaftliche Studien weisen auf die positiven Auswirkungen des Intervallfastens auf die Gesundheit hin. 

 

Konzentriere dich dabei nicht so sehr auf den Verzicht, sondern darauf, welche Nahrung du zu dir während dieser Zeit nimmst. Und welche Bedeutung Nahrung für dich hat. Nutzt du Nahrung als Stress- oder Frustabbau? Isst du bestimmte Dinge aus Gewohnheit? Bereitet dir Nahrung Freude? Genießt du mit allen Sinnen? Welche geistige Nahrung nimmst du zu dir? Wie kannst du bewusst auf eine ausgewogene und stärkende Nahrung in deinem Leben achten? 

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Goldene Milch

Ein fantastisches Getränk, welches sich hervorragend für die Fastenzeit eignet ist die Goldene Milch. Sie basiert auf Kurkuma, ein Gewürz, welches für seine reinigende und entzündungshemmende Wirkung bekannt ist. Hier ein Rezept, welches wir sehr gerne zubereiten und genießen (seit neustem als Ersatz für die Tasse Kaffee am Morgen oder während des Tages):

 

  • 350 ml Mandel-, Hafer- oder Kokosmilch (je nach Wunsch)

  • ½ TL Kurkuma-Pulver (oder 1 Stückchen frische Kurkuma)

  • ¼ Teelöffel gemahlener schwarzer Pfeffer

  • ½ Teelöffel Zimt

  • eine Prise Ingwerpulver (oder 1 Stückchen frischer Ingwer)

  • 1 gemahlene Kardamomkapsel

  • Kokosblütenzucker oder Honig nach Belieben

 

 

Zubereitung:  Milch in einem Topf geben und aufwärmen, die Gewürze dazugeben. Die Mischung 2 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Danach durch ein feines Sieb abgießen, nach Wunsch mit Kokosblütenzucker oder Honig süßen und ggf. aufschäumen. Am besten warm genießen.

 

Dieses Jahr findet die Tag-und-Nachtgleiche am Samstag, dem 20. März statt. Für diese besondere Zeit, die endgültig den Abschied der dunklen Jahreszeit und der Beginn des Frühlings markiert, schlagen wir ein Reinigungsbad als Ritual vor. 

 

Bereite ein Bad mit Meersalz (z.B. aus dem Toten Meer) und ätherischen Ölen deiner Wahl vor - ein paar Tropfen wohlduftender Öle wie Lavendel und Pfefferminz reichen. Während Lavendel beruhigend wirkt, regt Pfefferminz die Sinne an und spendet Kraft. Beide pflegen die Haut. Das Salz hingegen hilft der Entgiftung und Reinigung. Zünde ein paar Kerzen an, mache deine Lieblingsmusik an und genieße die Zeit. 

 

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Schließ die Augen und stell dir vor, dass du während des Bades alles, was du nicht mehr brauchst, loslässt. Wie einen alten Ballast abwerfen. Symbolisch kannst du das Alte abwaschen, Körper und Seele reinigen und dich auf das Neue vorbereiten.
Wofür möchtest du Platz machen? Was ist das Neue, was du in dein Leben einladen möchtest?

 

Der erste Vollmond des Frühlings – dieses Jahr am 28. März – schenkt uns Energie, um eine Intention für den Rest des Jahres zu formulieren und unseren Fokus darauf zu lenken. Es ist eine perfekte Zeit, um deinen Altar zu erneuern oder dir einen Altar einzurichten. Ein Altar ist ein Ort in deinem Haus, z. B. ein Platz auf einer Kommode oder einem Tisch, an dem du ein paar bestimmte Gegenstände mit Bedeutung platzieren kannst. Der Altar hilft uns bei unserer täglichen Meditationspraxis die Erlebnisse des Tages zu reflektieren, hinter uns zu lassen und zur Ruhe zu kommen. 

 

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Mit folgenden Gegenständen kannst du einen frischen und inspirierenden Frühlingsalter gestalten:

 

  • Eine Vase mit frischen Blumen

  • Eine oder mehrere Kerzen

  • Ein paar Samen, die für Neubeginn, Wachstum und Potential stehen

  • Ein Stück bunter Stoff oder eine bunte Postkarte, welche Lebensfreude symbolisieren

  • Deine Lieblingselemente der Natur (Steine, Kristalle, Muscheln)

  • Eine leere Schüssel oder Gefäß, welches für die unendlichen Möglichkeiten in deinem Leben steht

 

Der erste Neumond des Frühlings steht für Neubeginn und Platz zu machen für das, was wir in unserem Leben wagen wollen. Dieses Jahr fällt dieser auf den 12. April. Die Tage sind spürbar länger, die Temperaturen etwas freundlicher. Zeit, um unsere Wohnungen und Häuser zu lüften, zu räuchern, von alten Energien und Lasten zu befreien und vor allem Zeit, um auszumisten und Ordnung zu schaffen. Unsere äußere Umgebung ist eine unmittelbare Spieglung unserer inneren Welt. 

 

Nachdem wir durch das Fasten und andere Rituale unseren Körper und Geist gereinigt haben, ist es an der Zeit, dasselbe mit unserem Space zu tun. Wie du dich am besten dazu inspirierst, zeigen wir dir mit diesen Tipps. Dieses Ritual kann am 12. April starten und sich mehrere Tage oder Wochen hinziehen:

 

  • Setzte dich an deinen Altar und nimm dir ein paar Augenblicke Zeit, um zu schauen, wo du gerade im Leben stehst. Wo möchtest du in diesem Jahr hin? Was möchtest du verändern, ausprobieren? Der Frühling ist die perfekte Zeit, um mit alten Themen abzuschließen und Neues zu wagen. Formuliere eine Intention, die dein gesamtes Wesen anspricht und dich freudig macht. 

  • Mach deine Lieblingsmusik an, die dich inspiriert, energetisiert und in Bewegung setzt.

  • Gehe durch deine Zimmer, öffne alle Schränke und Schubladen. Entsorge alte Papiere und Unterlagen, die du nicht mehr brauchst. Sortiere alte Kleidungsstücke und Gegenstände aus, die du seit Jahren nicht mehr gebraucht hast und wahrscheinlich nicht gebrauchen wirst. Diese kannst du verschenken, spenden oder verkaufen. 

  • Putze die Fenster, Spiegel, Oberflächen deiner Schränke. Dafür kannst du dein eigenes Reinigungswasser mit Zitronen- und Lavendelöl herstellen, um deine Räume mit einem angenehmen natürlichen Raumduft zu bereichern. Lüfte deine Räume.

  • Verbinde dich mit deinem Zuhause und mit deinen Habseligkeiten. Erinnere dich, wo du diese lieb gewonnenen Gegenstände her hast, die Geschichten dahinter. Vielleicht magst du deine Lieblingsdinge an einen prominenten Ort stellen, so dass sie dich an besondere Momente deines Lebens erinnern.

  • Gehe durch jeden Raum und räuchere mit Salbei oder einem anderen Räucherwerk deiner Wahl, um die Energie zu erneuern.  

  • Beende das Ritual, indem du eine Kerze an deinem Altar anzündest und dir ein paar Augenblicke Zeit nimmst, um deinen neuen Space zu genießen – das Neue in dir und um dich herum zu begrüßen.

23. März

19–21:30 Uhr​

WE ARE ONE

Das Frühlingsritual: Zeit für Erneuerung